
Von Klostern, tollen Landschaften ...
... und viel zu viel Essen!
Unser heutiges, erstes Ziel, das Kloster Farfa (italienisch Abbazia di Santa Maria di Farfa), ist eine Benediktinerabtei gleich in unserer Nähe, benannt nach dem Fluss Farfa, einem Nebenfluss des Tiber. Als Benediktinerkloster wird eine ortsfeste, klösterliche Gemeinschaft von Mönchen oder Nonnen des Benediktinerordens bezeichnet.
Das Kloster wurde wahrscheinlich im 6. Jahrhundert gegründet, meist wird etwa um 554 n. Chr. genannt. Als Gründer gilt der syrische Mönch und Bischof Laurentius Illuminator. Nach Zerstörungen wurde das Kloster im 7. Jahrhundert, etwa um 680/705, durch den Mönch Thomas von Maurienne neu gegründet beziehungsweise wiederaufgebaut.
Die Klosteranlage Farfa ist ein kleines mittelalterliches Dorf beziehungsweise eine Fraktion der Gemeinde "Fara in Sabina“, deren eigentlicher Hauptort auf einem Hügel liegt. Von Fara in Sabina ist das Kloster selbst ungefähr 4,5 Kilometer entfernt.
Der kleine Ort besteht im Wesentlichen aus:
• dem großen Benediktinerkloster,
• der Klosterkirche Santa Maria di Farfa,
• historischen Häusern und kleinen Gassen,
• einigen Geschäften, Cafés und Restaurants.
Von dort aus kann man wunderbar in die für Latium typische, hügelige Landschaft blicken. Viele Orte hier finden sich nicht am Berg, sondern direkt auf den Hügeln, was für uns eine echte Urlaubs-Neuentdeckung ist.
Die Klosteranlage Farfa liegt quasi auf der gegenüberliegenden Seite unserer „Homebase“, die wir zu jeder Tageszeit gut sehen können. Während ich mir Farfa anschaue, schafft es Hendrik sogar, von der Burg aus unser Haus zu fotografieren. Ihr müsst nur vom unteren Ende des Steinbruches (die helle Fläche, die sich je nach Foto bis zum rechten Bildrand zieht) einmal nach links schauen und da ist es – unser Haus. Ihr seht sogar die Solarplatten auf dem Dach und unterhalb auch wunderbar den zum Grundstück gehörenden Olivenhain, das Revier der Wildschweine.
Es ist mittlerweile Mittagsessenszeit und Hendrik will mich mit einem besonderen Mittagessen an einem besonderen Ort überraschen. Wir fahren noch eine knappe halbe Stunde zur "Aziende agrituristica Voltafonte" einem für diese Gegend typischen Agrotourismus-Lokal. Fast finden wir es nicht. Keinerlei Beschilderung, nur Hendriks Navi-Sinn sei Dank fahren wir am Ende der „Nahrungssuche“ in den Hügeln in eine kleine, enge Straße hinein und fragen vorsichtig, ob es hier das gesuchte Restaurant ist. Eine sechsköpfige Familie, drei Generationen, nimmt uns herzlich auf, stellt uns einen Tisch und 2 Stühle in den Innenhof – ja, wir sind in dem Lokal, welches wir gesucht haben.
Was wir hier erleben dürfen, ist Gastfreundschaft, Liebe zu Italien und Liebe zum Kochen pur! Wir sind und bleiben die einzigen Gäste und werden von der ganzen Familie umsorgt. Die Kinder decken unseren Tisch ein, mit Mama machen wir dank Google-Übersetzer aus, was es zu essen gibt, Oma kocht und Papa erklärt uns, dass der Hauswein, den wir gerade trinken aus seinem eigenen am Haus befindlichen Weinberg stammt.
Und wie wir kulinarisch verwöhnt werden! Die Vorspeise besteht aus einer gemischten Schinkenplatte aus eigener Herstellung, wie übrigens alles andere auch. Immer wenn wir denken, dass es das mit den Vorspeisen war, kommen nochmal neue. Hausgemachte Brote mit weißen Bohnen und eingelegter Aubergine, in Öl, Salz und Essig marinierte gegrillte Zucchini. Wir sind jetzt schon voll und wissen, dass noch einiges kommt. Als „Primi piatti“ gab es oberleckere Pasta mit Fleischsoße. Noch nie, und dass will wirklich was heißen, haben wir so leckere Pasta gegessen. Als Hauptspeisen folgen gebratenes Schweinefilet und Bratwurst. Letztere lassen wir unangerührt liegen, wir können nicht mehr! Aber kein Problem. Alles, was wir nicht schaffen, wird eingepackt – und das ist nicht wenig. Zur Abhilfe bringt Mama einen kleinen Verdauer. Nun passt auch noch eine kleine Auswahl an selbstgebackenen "Dolcis" in uns hinein.
Über den Preis am Ende sind wir sehr überrascht, haben wir doch mit wesentlich mehr gerechnet. Keine Touri-Abzocke hier, sondern wirkliche, gelebte italienische Gastfreundlichkeit bei Einheimischen, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Mit vollen Bäuchen und 4!!!! Assietten geht es nach zweieinhalb Stunden Schlemmen nach Hause. Zum Glück sind es nur 10 Minuten Fahrt!
Am Abend beziehen wir wieder unsere Beobachtungsposten und lassen Familie Wildschwein im wahrsten Sinne des Wortes an uns vorbeiziehen ...
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