
Die Zypressenallee - 3. Stopp
Neuland auch für uns
„Bolgheri“ ist ein Ortsteil der italienischen Gemeinde „Castagneto Carducci“ in der Provinz Livorno, mit 157 Einwohnern (Stand 2001!). Eine 5 km lange Zypressenallee ( „Viale dei Cipressi“) verbindet das „Oratorium San Guido“ mit dessen Ortskern. Das „Oratorium San Guido“ ist ein heiliges Gebäude im gleichnamigen Ortsteil von Castagneto Carducci. Es handelt sich um die Kirche, die durch das Vierzeilergedicht „Vor San Guido“ von Giosuè Carducci berühmt wurde … "
Das Wetter wird mit jedem Kilometer, den wir fahren wieder besser. Je näher wir an die Küste kommen, um so mehr strahlt die Sonne. Die Gemeinde „Castagneto Carducci“ erstreckt sich nur wenige Kilometer vom Meer entfernt und hier finden wir sie auch, die viel beschriebene schönste Allee der Toskana. Ja, ich hätte mir gewünscht, ein Stück die Allee entlang schlendern zu können, aber das ist so nicht vorgesehen. Es gibt keinen Fussweg. Man kann nur vom Auto aus gucken.
Etwa in der Mitte der Zypressenallee packt Hendrik wieder seine Drohne aus. Von oben sieht die Allee, die in den kleinen Ort führt nicht weniger imposant aus. Und das Drumherum gibts gratis dazu. Die Hunde warten derweil geduldig im Auto.
Dann sind wir auch schon in „Bolgheri“, einem kleinen, verwinkelten, typisch italienischen Örtchen. Die Straßen sind kaum breiter als unser Auto und voll mit Menschen. Die Parkplatzsuche gestaltet sich eher abenteuerlich, denn alles ist voll. Um den letzten Parkplatz müssen wir uns auch noch streiten. Ein Italiener meinte, es wäre vor uns da gewesen, aber wir sind einfach mal in die richtige Spur abgebogen und haben den letzten freien Platz ergattert und auch nicht wieder her gegeben. Beleidigt versucht der italienische Macho (angestachelt von seiner Frau …) doch wirklich sich mit seinem BMW noch zwischen uns und das andere parkende Auto zu drängeln, muss dann aber doch feststellen, dass er in die viel zu kleine Lücke einfach nicht rein passt und gibt den Einparkversuch zum Glück auf. Unser Auto bleibt heil, dafür streitet das Pärchen jetzt mit anderen um die wenigen Parkplätze, die wenn man mal 5 Minuten wartet, auch wieder frei werden.
Schnell noch das Parkticket lösen und dann nix wie los, erstmal ein schönes Plätzchen in einem der vielen Restaurants suchen und gemütlich zu Abend essen. Es ist nun schon 19.30 Uhr - also die perfekte Zeit dafür.
Das erste Restaurant erteilt uns gleich eine Abfuhr. Komplett ausgebucht, alles reserviert. Unsere Gesichter werden ganz lang. Jetzt dämmert uns auch, es ist Samstag Abend - unklug von uns, spontan und dann noch in diesem beliebten Dörfchen eine Kneippe besuchen zu wollen. Aber schon im übernächsten Restaurant klappt es doch. Puh, Glück muss man haben und was für welches! Nach einigen Verständigungsproblemen kommt uns der deutsche Kellner zu Hilfe und wir können unser Essen bestellen. Eine gemischte toskanische Vorspeisenplatte für alle drei, für Hendrik und mich jeweils noch einen 2. Gang. Unfassbar lecker! Wir haben noch nie so gut typisch toskanisch geschlemmt. Zwischendurch geht der Blick fasziniert immer wieder an die Decke. Coole Idee, aus ausgediehnten Whisky-Verpackungen eine Beleuchtung zu kreieren. Gleich eine Inspiration für neues Licht in Thalheim? Die Vierbeiner kuscheln unter dem Tisch, was das Zeug hält, als hätten sie den Ganzen Tag noch nichts voneinander gehabt. Die sind sicher geschafft von den vielen Eindrücken.
Im Dunkeln laufen wir noch eine Runde durch das hübsche Dorf und werden wieder von allen Seiten auf die Hunde angesprochen. 22 Uhr sitzen wir im Auto und nun geht es knappe drei Stunden zurück zu unserer „Homebase“. Irgendwann fallen wir erschöpft aber glücklich in die Betten. Gute Nacht!
Reiseübersichten
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