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Spektakulär: Über den Wolken


A & A allein on Tour und leider nur das iPhone dabei

Huch, heute Morgen ist der Gardasee wieder weg, ganz weg, die Berge auch und selbst die Nachbarhäuser sind kaum zu sehen. Wie von der Wetter-App angekündigt, hat der Nebel uns und den ganzen See eingehüllt. Frühstück gibt es dann heute zur Abwechslung mal drinnen. Aber raus geht es dann mit Archibald sowieso noch.
Ursprünglich ist nur die obligatorische, kurze Hundrunde geplant. Aber dann ist es passiert, und es wurde eine reichlich zweieinhalbstündige Wanderung treppauf, treppab, über Stock und Stein mit spektakulären Nebel- und Nichtnebelbildern.
Park und Hundeplatz ist uns heute zu wenig. Trotz des Nebels fühlt es sich nicht zu kalt und auch überhaupt nicht feucht an, so laufen wir ein Stück den Fußweg an der Straße in Richtung Prabione entlang, um zu sehen, wohin es hier geht. Auf der angrenzenden Weide sind die Pferde und der Esel nur zu erahnen, so dicht ist der Nebel hier. Dass wir die Straße gestern erst mit dem Auto entlang gefahren sind, stelle ich erst jetzt fest, als ich den Abzweig zur „Madonna di Montecastello“, der Wallfahrtskirche in Tignale, die wir schon vor Jahren auf einer unserer Gardasee-Touren besucht haben, entdecke. Hier wird auch der Nebel weniger und die Sonne kämpft sich durch die Wolken.
Kurz überlegt und spontan entschlossen, den Weg zur Kirche diesmal zu Fuß zu erklimmen. 500 m geht es steil bergauf, über kleine Treppenstufen und um etliche Kurven. Damals sind wir mit dem Auto bis auf den Kirchplatz gefahren. Ich kann mir aber gar nicht vorstellen, das wir mit unserem jetzigen Passat auch noch durch das Tor passen würden. Empfohlen wird es sowieso, das Auto unten stehen zu lassen und die 500 m bis zur Kirche zu laufen.
Die Kirche, der Platz – alles mehr oder weniger im Nebel. Und eine Sicht auf den Gardasee ist schlichtweg gar nicht vorhanden. Ohne Wolken hat man von hier in ca. 700 m Höhe einen tollen Panoramablick auf und um den See.
Heute entdecke ich den Wegweiser Gipfelkreuz 400 m. Ich weiß nicht, ob der bei unserem ersten Besuch nicht stand, wir den nicht gelesen haben oder nicht lesen wollten …
Die 400 m bis dahin sollten nun auch noch zu schaffen sein, und wer weiß, ob da oben vielleicht sogar die Sonne scheint. Wieder geht es steil bergauf durch den Wald und über Stock und Stein. Und die Sonne kommt tatsächlich zum Vorschein und bald sind wir mit den Wolken auf einer Höhe und dann plötzlich darüber. Die Bilder, die ich hier auf 750 m Höhe zu sehen bekomme, sind spektakulär. Seht am besten selbst!
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Irgendwann rufe ich Hendrik an, zum einen, dass er sich keine Sorgen macht und zum anderen, weil ich so begeistert von dem Anblick bin, dass ich ihm das unbedingt erzählen muss. Es sprudelt nur so aus mir heraus und der arme Kerl versteht gar nicht gleich, wovon ich rede. Ich weiß auch nicht mehr, wie lange ich da oben auf dem Felsen mal sitze, für die Fotos halb liege, wieder aufstehe … Ich bin so fasziniert, dass ich alles um mich herum vergesse, natürlich auch die Zeit.
Archibald ist ein geduldiger Begleiter und auch die meiste Zeit mein einziger. Als wir den Weg zurück gehen, wiederholt sich das Schauspiel aus gerade eben noch Sonne und einen Augenblick später wieder Nebel. Je tiefer desto weniger Sonne, dafür um so dichter der Nebel. An der Straße angekommen sieht man kaum die Hand vor Augen.
Mit großem Respekt und reichlich Abstand beäugt Archibald mißtrauisch das Grautier, das diesmal direkt am Fußweg steht. Der Rest der kleinen Herde ist im Nebel noch nicht mal zu erahnen.
Am späten Mittag sind wir wieder zuhause, voll mit Eindrücken, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Anhand der Uhrzeiten, zu denen die Fotos aufgenommen wurden, konnten wir auch feststellen, dass ich gute zweieinhalb Stunden unterwegs gewesen sein muss …


Blogeintrag vom

Montag, 03. Januar 2022

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