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Holzkirchen der Tatra (Rundreise)

Vorab: "Schwitz!" Wir sitzen seit 3 Tagen bei bestem Wetter an diesem Block, wählen Fotos aus, sortieren Fotos um und aus, ordnen Fotos den besuchten Kirchen zu, schreiben an den Texten, verwerfen diese wieder, schreiben neue ... Verständlich, wiel auf unserer fast 11 stündigen Rundfahrt nicht nur fünf Fotos entstanden sind. Aber die "Arbeit" lohnt sich und wir erschaffen so wieder eine wundervolle bleibende Erinnerung für uns und ihr könnt unsere Reise wieder hautnah miterleben.

Wir befinden uns also nicht auf dem Holzweg, aber auf dem Holzkirchenweg!
Dieser beginnt quasi um die Ecke und führt uns im Verlauf um die gesamte Hohe Tatra mit beeindruckenden Architekturen, wunderschöner, unberührter Natur und auch einem sehr leckeren Essen. Doch seht selbst!

Die Holzkirchen im slowakischen und polnischen Teil der Hohen Tatra sind beeindruckende Zeugnisse traditioneller Sakralarchitektur. Sie vereinen kunstvolle Handwerkskunst mit tief verwurzelter religiöser Bedeutung. Diese Kirchen zeichnen sich durch ihre charakteristischen Holzstrukturen, reich verzierte Fassaden und detailreiche Innenräume aus. Sie sind nicht nur spirituelle Zentren, sondern auch kulturelle Wahrzeichen, die die Geschichte der Tatra-Region widerspiegeln und sogar Teil des UNESCO-Welterbes sind. 

Karte Rundreise Holzkirchen


Holzkirche der Heiligen Dreifaltigkeit (Kežmarok)

Die erste Holzkirche unserer Tour befindet sich nur wenige Auto-Minuten von uns entfernt im Nachbarort Kežmarok. Die Evangelische Holzkirche  ist eine von fünf verbleibenden hölzernen Artikularkirchen der Slowakei. Sie ist der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Sie ist eine der am besten erhaltenen slowakischen hölzernen Sakralbauten.

Artikularkirche ist die Bezeichnung evangelischer (lutherischer und reformierter) Kirchen, die im Königreich Ungarn nach Beschlüssen des Ödenburger Landtages von 1681 gebaut wurden.

Die Holzkirche der Heiligen Dreifaltigkeit baute man im Jahr 1717 an einen älteren steinernen Sakralbau aus dem Jahr 1593 an, der heute ihre Sakristei bildet. Dieser einzigartige hölzerne Bau aus Eibe und Rotfichte wurde ohne Verwendung eines einzigen Metallstückes gebaut.

Ihr Grundriss hat die Form eines griechischen Kreuzes. Das barocke Interieur der Kirche ist ebenfalls aus Holz gemacht. Künstlerisch sehr wertvoll ist vor allem die Kirchenorgel mit Holzpfeifen.

Seit 2008 ist die Kirche Teil des UNESCO-Welterbes: „Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten“.

Holzkirche St. Sebastian und Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz (Jurgów)

Die „Kirche St. Sebastian und Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ befindet sich im polnischen Teil der Hohen Tatra, in Jurgów, einem kleinen von traditioneller Holzarchitektur geprägten Dorf. Die Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert mit einer reichen barocken Ausstattung erbaut. 1881 kam der steinerne, freistehende Glockenturm hinzu.
Hineinschauen konnten wir in die Kirche leider nicht, anschauen dafür den Storch, der gegenüber in seinem Nest vielleicht auf seine Partnerin wartete ...

Holzkirche des Heiligen Josefs (Małe Ciche)

Male Ciche ist in ruhiges Dorf im südlichen Polen in der historischen Region Podhale. Es liegt beschaulich am Gebirgsbach „Filipczański Potok“, an der Panoramastraße „Oswald-Balzer-Weg“ und grenzt im Süden an den Tatra-Nationalpark an. Absolut atemberaubend liegt die komplett aus Holz gebaute Kirche oberhalb der Straße, die „Holzkirche des Heiligen Josefs“ aus dem 20. Jahrhundert. 

Das Podhale (wörtlich: Unter den Almen bzw. Almenvorland) ist eine der südlichsten Regionen Polens und wird auch„Polens Hochland“ genannt.  Es liegt am nördlichen Rand der Tatra in den Karpaten. Im Winter ist das Podhale mit seinen Skihängen eines der bedeutendsten Urlaubsgebiete Polens. Zu den Attraktionen der Region gehört auch der beliebte Wintersportort Zakopane, den wir heute auch noch besuchen. 

Holzkirche Świętej Anny (Ząb)

Unsere nächste Station ist Zab, das ebenfalls im Süden Polens in der historischen Region Podhale liegt. Es ist das höchstgelegene Dorf Polens mit einer durchschnittlichen Höhe von 1031 m. Es ist ein Skiort am Fuße der Hohen Tatra mit mehreren kleineren Skiliften.

Die Holzkirche „Świętej Anny“ („Holzkirche der Heiligen Anna“)
in Ząb ist ein bemerkenswertes Beispiel traditioneller Sakralarchitektur in Polen. Sie wurde im 19. Jahrhundert erbaut und besticht durch ihre einfache, aber charmante Bauweise aus Holz, die typisch für die Region Podhale ist. Die Kirche ist bekannt für ihre liebevoll geschnitzten Details und das harmonische Zusammenspiel von Holz und religiösen Symbolen. Im Inneren findet man einen reich verzierten Altar sowie kunstvolle Malereien, die das spirituelle Ambiente unterstreichen. Umgeben von malerischer Landschaft bietet die Kirche nicht nur einen Ort der Andacht, sondern auch einen Einblick in die kulturelle Geschichte der Region.

Die Holzkirchenluft macht hungrig. Und da auch Mittagszeit ist, ist ein Mittagessen gar nicht so abwegig. Wir suchen und finden das vielversprechende weil entsprechend gut bewertete kleine Restaurant "Miedzuch"  in Bialy Dunajec mit nur polnischer Speisekarte. Das ist etwas für uns, denn das verspricht gutes, einheimisches, nicht zu touristisches Essen. Apfelweingetränk für die Frau, Hendrik bekommt typisch Kaffee und Cola ... Speisentechnisch "schreit" uns förmlich das Steack vom Black Angus Rind auf heißem Stein an. Nach kurzer Wartezeit bekommen wir ein spitzenklasse Essen serviert. So gut haben wir lange nicht gegessen!!! 

Holzkirche Muttergottes von Tschenstochau (Zakopane)

Die Holzkirche "Gottesmutter von Tschenstochau" (Matki Bożej Częstochowskiej w Zakopanem) wurde im Jahr 1847 aus Lärchenholz im Stil der kleinpolnischen Holzkirchen erbaut. Sie ist die ältesten Kirche in Zakopane, der Hauptstadt des Tatra-Gebirges
Der Hauptaltar und die Seitenaltäre stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Hauptaltar befindet sich eine Kopie des Gemäldes "Unserer Lieben Frau von Tschenstochau". Die Schwarzen Madonna von Tschenstochau ist seit den 1930er Jahren die Schutzpatronin der Kirche.

Die Kirche verfügt über eine 1957 erbaute Orgel mit 8 Registern.

Neben der Kirche befindet sich der Alte Friedhof und die gemauerte Kapelle der Heiligen Zoërard und Benedikt von 1810, der älteste Sakralbau Zakopanes, wenn man von den später von anderen Orten verbrachten barocken Kirchen absieht.

Das denkmalgeschützte Gebäude im Zakopaner Zentrum ist Teil des kleinpolnischen Holzarchitekturwegs. Der kleinpolnische Holzarchitekturweg ist ein 1.500 km langer Wanderweg durch die Woiwodschaft Kleinpolen in Polen, der 237 architektonische Holzgebäuden, hauptsächlich Kirchen, umfaßt. Der Weg ist Teil des größeren Holzarchitekturwegs in Polen.

Zakopane ist eine der südlichsten Städte und die höchstgelegene Stadt Polens. Das Stadtgebiet selbst reicht von 750 bis zu 1000 m ü.N.N. Die Stadtmitte befindet sich in einer Höhe von 838 m ü.N.N. Südlich an die Stadt grenzt der Nationalpark Hohe Tatra.

Zakopane ist die Wiege des polnischen Skisports, dessen Traditionen mehr als 120 Jahre zurückreichen. Der erste Skiclub, der hier gegründet wurde, ist der älteste, fast kontinuierlich arbeitende polnische Verein dieser Art. In Zakopane kann man sich auf 16 Pistenkilometer freuen: Die Skigebiete werden von 34 Skiliften erschlossen.

Der Touristen-Trubel, der sich hier wahrscheinlich noch viel mehr im Winter abspielt, ist nichts für uns. Auch wenn es auf den Bildern nicht so aussieht (Hendrik hat die fast menschenfreien Momente perfekt abgepasst) "turnen" wir die Kirche nur zur Pflicht ab und fahren schnell weiter in wieder ruhigere und ursprünglichere Gegenden.

Holzhäuser (Chochołów)

In unserer Routenplanung war unser nächster Stopp eigentlich nur mit einem "F" gekennzeichnet, will heißen "freiwillig", also muss nicht unbedingt sein. Letzten Endes haben wir in Chochołów ziemlich lange zugbracht, weil wir fasziniert waren von den Holzhäusern und dem Leben, was in und um diese Holzhäuser stattfindet.

Chochołów, das berühmtes polnische Dorf mit über 50 original erhaltenen Holzhäusern aus dem 18. Jahrhundert mit der typischen Architektur der Region Podhale.

Im Ort befindet sich eine gemauerte neogotische Kirche des Heiligen Hyazinth von Polen aus dem 19. Jahrhundert. Die meisten anderen Gebäude sind aus Holz gebaut und stellen ein einzigartiges Ensemble der ursprünglichen Podhalanie-Architektur dar. Das Dorf wird deshalb oft als lebendiges Freilichtmuseum bezeichnet. Hier geht es deutlich ruhiger zu als in den benachbarten Skiorten, wie z.Bsp. Zakopane.

Chochołów ist eine Ortschaft der Woiwodschaft Kleinpolen in Polen in der Region Podhale. Das Dorf liegt zwischen zwei Gebirgszügen ca. 7 km nordwestlich von Zakopane. Durch den Ort fließt der Gebirgsfluss Czarny Dunajec. Im Westen grenzt Chochołów an die Slowakei.

Die Woiwodschaft (polnischer Verwaltungsbezirk) Kleinpolen ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Kleinpolen liegt in Südpolen um Krakau, der zweitgrößten Stadt des Landes und Verwaltungssitz der Woiwodschaft. Im Süden grenzt Kleinpolen an die Slowakei.

Freilichtmuseum Orava (Zuberec)

Wir sind wieder in der Slowakei.

Wie eine Reise in die Vergangenheit ...
Und eigentlich nur bis 17 Uhr geöffnet, weil wir aber erst 16.30 Uhr da waren, durften wir uns bis 18.30 Uhr Zeit nehmen. 

Das (Heimat-)Museum Orava (slowakisch Múzeum oravskej dediny, wörtlich: „Museum des Dorfes Orava“) ist ein Freilichtmuseum und liegt in der nördlichen Slowakei, 4 km östlich von Zuberec am Fuß der Westtatra. Es wurde 1967 gegründet und 1975 eröffnet.

Das Museum zeigt das dörfliche Leben im Gebiet der Orava in der Vergangenheit. In das Museumsdorf wurden über 50 Häuser aus verschiedenen Teilen der Orava übertragen. Die Bauten im Museum sind meistens Originale, die ursprünglich an unterschiedlichen Standorten in der Orava-Region standen. Sie kamen in das Museum, da die Holzhäuser aufgrund des gesellschaftlichen Wandels nach dem Zweiten Weltkrieg nicht an ihrem ursprünglichen Platz erhalten werden konnten. Neben Bauernhäusern gibt es auch technische Bauten: eine mit Wasserkraft betriebene Getreidemühle, eine Ölmühle, ein Töpferofen und vieles mehr ... 

Orava, ist eine Landschaft im Norden der Slowakei und im Süden der polnischen Woiwodschaft Kleinpolen. Die Landschaft liegt in der nördlichen Mittelslowakei und der slowakische Name „Orava“, der vom gleichnamigen rechten Waagzufluss herrührt, wird heute als inoffizielle Bezeichnung für dieses Gebiet und als offizielle Bezeichnung einer Tourismusregion verwendet.

Holzkirche Allerheiligen (Tvrdošín)

Für uns sehr beeindruckend und DIE Holzkirche schlechthin, daher auch auf unserem Rundreise-Titelbild. Leider war sie bereits geschlossen und nicht mehr von innen zu besichtigen. Auch äußerst beeindruckend der Friedhof rings um die Kirche.

Die Allerheiligenkirche (slowakisch Kostol Všetkých svätých) ist eine römisch-katholische Holzkirche in Tvrdošín (Stadt im Norden der Slowakei mit 8695 Einwohnern). Sie trägt das Patrozinium aller Heiligen (als Patrozinum wird die Schutzherrschaft eines Heiligen über eine Kirche bezeichnet) und befindet sich am städtischen Friedhof.
Die gotische Kirche wurde im 15. Jahrhundert gebaut und gegen Mitte des 16. Jahrhunderts erneuert. Im 17. Jahrhundert wurde sie im Stil der Renaissance umgebaut. Es handelt sich um einen Blockbau mit einem rechteckigen Raum, Presbyterium und einer gemalten Renaissance-Kassettendecke im Inneren und einem hohen Schindeldach mit einem kleinen, schlanken Turm. Heute werden in der Kirche zwei Messen jährlich abgehalten, und zwar an Allerheiligen (1. November) und an Allerseelen (2. November).[1]
Seit 2008 ist die Kirche Teil des UNESCO-Welterbes: „Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten“.

So, nun haben wir die Rundreise fast geschafft, nur noch eine Kirche liegt noch vor uns. Auf dem Weg dahin kam es zu einer unverhofften und sehr spontanen Auto-Kehrtwende, Grund: Soft-EIS!!!!!

Holzkirche Artikularkirche (Leštiny)

Unsere letzte Holzkirche ist leider seit September 2024 für den Publikumsverkehr geschlossen, nur nach vorheriger Anmeldung für Personengruppen ab 10 Leuten wäre eine Besichtigung des Areals und der Kirche möglich. So bleibt uns nur der Blick von Aussen.

Die evangelische Artikularkirche (slowakisch Artikulárny kostol) liegt im nordslowakischen Ort Leštiny in der traditionellen Landschaft Orava und ist eine der fünf noch existierenden hölzernen Artikularkirchen in der Slowakei. Sie befindet sich auf einer bewaldeten Anhöhe südlich des Dorfzentrums und ist mit dem Ort über eine Treppe verbunden.
Das genaue Baujahr ist nicht mit Sicherheit bekannt. Nach Untersuchungen aus dem Jahr 2007 wurde das Tannen- und Fichtenholz für den Bau wahrscheinlich zwischen 1722 und 1725 gewonnen, somit geht man von einem Bau im Jahr 1725 oder 1726 aus. In den 1770er Jahren wurde die Kirche saniert, wobei die rustikale Fassade durch eine Verschalung aus Brettern ersetzt wurde. Im Inneren wurden 1775 die ursprünglichen Wandmalereien aus dem späten 17. Jahrhundert durch neue übermalt. Schließlich entstand 1877 neben der Kirche ein Glockenturm, der zu einem späteren Zeitpunkt durch ein gedecktes Treppenhaus mit dem Kirchenbau verbunden wurde. Im Inneren befinden sich neben den Wandmalereien ein barocker Altar mit Holzschnitten aus dem späten 17. Jahrhundert sowie eine reichlich verzierte Kanzel aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts.
Seit 2008 ist die Kirche ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes: „Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten“.

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