
Kleiner Nachmittags-Ausflug
Von Burgen, Seen und Holzkirchen
Das Wetter ist ausnahmsweise den ganzen Tag schön, also geht es am Nachmittag in Richtung Polen zur Burg Niesitz. Wir wollen ein Stück am Czorsztyn-Stausee entlang und auch noch einen Blick auf die gegenüberliegende Burg Czorsztyn erhaschen und auch einfach mal schauen, wie es rund um den See aussieht.
Eine Besichtigung der Niesitz-Burg ist leider nur ohne Hunde möglich. Also warte ich geduldig mit den Vierbeinern am Burgtor bis Hendrik seinen Rundgang beendet hat und die Burg ihn mir wieder ausspuckt. Bei einem Stück warmen Apfelkuchen mit Eis und Vanillesoße genießen wir ein bisschen Sommerfeeling. Dann fahren wir wie geplant am See entlang auf die andere Seite, entdecken sehr schöne Plätze hier in Polen und sehen auch die zweite Burg Czorsztyn, die heute nur noch eine Ruine ist, aus einer anderen Perspektive. Für eine Besichtigung ist es schon zu spät. Wer weiß, ob da die Hunde hätten mitgedurft ...
Dafür gibt es am des Sees noch eine Holzkirche zu entdecken, die Erzengel-Michael-Kirche in Debnie (Debno). Tolle alte, sehr imposante Kirche aus Holz. Sogar die Nägel sind Holzdübel. Einfach sehenswert und nicht umsonst Unesco Weltkulturerbe. Sie wird über Spenden finanziert. Da gerade Gottesdienst war, konnten wir die Kirche nur von außen sehen.
Die Burg Niedzica (deutsch Burg Niesitz genannt) ist eine Festungsanlage in der Nähe von Niedzica am Czorsztyn-Stausee in der Woiwodschaft Kleinpolen. Die Höhenburg wurde um 1310 zur Befestigung der Nordgrenze des Königreiches Ungarn errichtet. Seit 1963 befindet sich hier ein Burgmuseum und man kann die Obere und Mittlere Burg anschauen. Für dieses Museum wurde wieder eine reichhaltige Ausstattung an Möbeln und Bildern zusammengestellt. In der Unteren Burg sind ein Hotel und Wohnungen untergebracht; diese können nur von außen besichtigt werden. Zu der Anlage gehören auch ein Kutschenmuseum sowie weitere landwirtschaftliche Gebäude.
Die gegenüberliegende Burg Czorsztyn (deutsch Burg Czornsteyn oder auch Burg Zornstein) ist ebenfalls eine Festungsanlage. Der Beginn dieser Höhenburg reicht in das Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Damals soll auf dem Felsen eine erste Befestigungsanlage, bestehend aus Erdwällen und eventuell verstärkt mit Steinen, entstanden sein. Im Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert entstand hier ein runder gemauerter Turm mit einem Durchmesser von 10 m und Mauerstärken bis zu 3 m. Die Gründung der Burg steht in Zusammenhang mit Kolonisierungsbemühungen an den Ufern des Dunajec und der Auseinandersetzung zwischen Ungarn und Polen um diese Grenzgebiete. Die Burgruine kann heute ebenfalls besichtigt werden.
Hinter der 56 m hohen Staumauer des Czorsztyn-Stausees wird das Wasser der Flüsse Dunajec und Białka sowie kleinerer Zuflüsse aufgestaut. Das Zuflussgebiet umfasst 1287 km². Bei Vollstau beinhaltet der Stausee 234,5 Millionen m³ Wasser. Die Wasserfläche beträgt dann 11 km² und die Uferlänge 30 km. Der Staudamm ist 60 m hoch und über 400 m lang.
Die Erzengel-Michael-Kirche ist eine Holzkirche in Dębno Podhalańskie in der Wojewodschaft Kleinpolen. Sie wurde 2003 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die Kirche befindet sich auf der sogenannten Holzarchitekturroute von Małopolska (Kleinpolen). Die erste urkundliche Erwähnung des Kirchenbaus stammt aus dem Jahr 1335. Die jetzige Kirche wurde 1490 erbaut, der Kirchturm wurde, laut der Inschrift auf dem Sturz, 1601 hinzugefügt. Die Kirche ist aus Tannen- und Lärchenholz gemacht. Die einzelnen Teile wurden durch Kammverbindungen miteinander verbunden, d. h. die in verschiedenen Ebenen liegenden Hölzer wurden mit kammartigen Falzen verbunden. Eiserne Nägel wurden nicht verwendet. Im Kircheninneren befinden sich polychrome Malereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert mit geometrischen und floralen Mustern, welche alle Decken und Wände (außer einzelnen Wandpartien des Kirchenschiffes), auch Chorgeländer, Kanzel und Bänke bedecken.
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